Aus Liebe zu Magritte: Meine Rede zur
Sehr geehrte Damen & Herren, liebe Gäste, (8.1.2026)
ich freue mich sehr, Sie heute zur Eröffnung dieser besonderen Ausstellung begrüßen zu dürfen.
Sie präsentiert eine außergewöhnliche Verbindung von Kunst, Gesellschaft und Inklusion.
Die Werke sind nicht nur künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur gesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Das Projekt ist unter der Leitung von Patric von Ahn in der Fotografie-Manufaktur Dr. Dormagen-Guffanti entstanden.
Er eröffnet uns allen eine neue Perspektive auf die Kunst und deren transformative Kraft.
Kunst soll ja nie instrumentalisiert werden. Trotzdem erlaube ich mir zu sagen: Kunst ermöglicht soziale Teilhabe. Menschen mit Unterstützungsbedarf sind hier nicht nur Teilnehmer*innen eines kreativen Prozesses, sondern stehen durch die Ausstellung in einem Dialog mit der Gesellschaft stehen. Die Kunst-Ausstellung soll und wird hoffentlich dazu beitragen, Barrieren zu überwinden und neue Formen der Begegnung und des Miteinanders zu schaffen.
Die Einrichtung Dr. Dormagen-Guffanti ist ein Teil der Sozialbetriebe Köln. Sie hat sich der Unterstützung von Menschen mit mehrfachenBeeinträchtigungen verschrieben.
Die künstlerische Ausdruckskraft und überhaupt das Engagement von Axel Weißmann, Sarwa Al Abasi, Rita Ruppenthal, Alexandra Henig und Juline Kehr und Engagement haben wesentlich zur Entstehung dieser Werke beigetragen.
Ich meine: es ist kein Zufall, dass die surrealistische Malerei eines René Magritte es den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnhauses Dormagen-Guffanti angetan haben. Sowohl Wahrnehmung als auch schöpferische Tätigkeit werden ja im Leben, und dann ganz besonders i der Kunst in Frage gestellt und Antworten angeboten.
Sag es mit Kunst!
Wir alle haben heute angesichts der alles durchdringenden Fake News ein unterrealistisches, ein subrealistisches Weltbild. Es kann gar nicht anders sein. Realismus ist ja nicht mit Naturalismus zu verwechseln. Realismus ist daher schwer zu ertragen.
Eine Möglichkeit, in unserer subrealistischen Welt klarzukommen, war und ist die Verkehrung in die SurRealität. Und dies ist es, was die Bewohner:innen von Dormagen-Guffanti uns vormachen.
Céline Berger hat die Arbeiten begleitet. Sie ist diplomierte Ingenieurin für Physik und Materialwissenschaften, studierte in Lyon und Valencia, bevor sie sich der Kunst zuwandte und an der Kunsthochschule für Medien in Köln ihre künstlerische Ausbildung mit Diplom abschloss. Ihr interdisziplinärer Ansatz, der Technik und Kunst vereint, hat der kreativen Arbeit der Bewohner*innen Impulse gegeben.
Auch Jan Schönepauck, welcher im Anschluss ein paar einführende Worte mit uns teilen wird, trug eine tragende Rolle im Schaffensprozess. Der Künstler und Kunsttherapeut engagiert sich seit vielen Jahren mit der Projektreihe Art Inklusivfür inklusive Begegnungsräume der Kunst. In der Wohneinrichtung Dr. Dormagen-Guffanti richtete er verschiedene Kunstausstellungen aus und ist darüber hinaus im Atelier kunstRAUM tätig; dort schaffen Menschen mit und ohne Demenz Kunst.
Es ist wie immer bei Kunstausstellungen: Wir würdigen nicht nur die Kunstwerke, sondern auch oder besser gesagt noch mehr die Künstler:innen, die hinter diesen Werken stehen. Ich verrate ja kein Geheimnis: Menschen mit Beeinträchtigungen suchen sich ihre Wege, Aussagen zu treffen, und die sind eben sehr oft künstlerische. Die Bilder anzuschauen, ist ein Kanal, eine Möglichkeit ihnen – jetzt hätte ich beinah gesagt, zuzuhören – jedenfalls zuzusehen.
Lassen Sie sich auf die Ausstellung ein. Angucken können Sie sie noch länger. Aber nur heute sind einige der Künstlerinnen und Künstler anwesend. Nehmen Sie Kontakt auf!








Neueste Kommentare