Zeremonie mit Grußwort: Gedenktafel für Manfred Faber in der Naumannsiedlung

Engagement der Bezirksvertretung, des Stadtbezirks und der GAG zur Aufwertung des Naumannplatzes und der Erinnerung an Manfred Faber.

PRESSEVERÖFFENTLICHUNG

Kölner Stadtanzeiger, 27.10.2021, Seite 24, von Clemens Schminke: https://www.ksta.de/koeln/nippes/architekt-der-koelner-naumannsiedlung-gag-stellt-gedenktafel-fuer-manfred-faber-vor-39090236

Grußwort von Diana Siebert, Nippeser Bezirksbürgermeisterin am 26.10.2021 auf dem Naumannplatz

Am Tag des offenen Denkmals wollte ich in diesem Jahr mich bei einer von der GAG organisierten Führung durch die Naumannsiedlung umfassend informieren. Aber ich kam nur fünf Minuten vor dem Termin an, und die Freiluftveranstaltung war ausverkauft. Das lag nicht nur an Corona und dem guten Wetter. Das lag vor allem daran, dass die Naumannsiedlung ein echter Knüller ist.

Wir stehen hier am zentralen Platz der Siedlung. Und wir von der Bezirksvertretung Nippes haben mit sehr breiter Mehrheit entschieden, den öffentlichen Platz genauso aufzuwerten wie es der GAG mit der Siedlung gelungen ist. Und wie sehr das gelungen ist, sehen wir daran, dass es bis heute keinen einzigen Graffito gibt.

Natürlich – Die Naumannsiedlung ist kein Freilichtmuseum. Das bedeutet, dass wir nicht mehr die historischen Einkaufsläden am Platz haben. Die Läden haben früher dazu geführt, dass sich die Menschen am Platz getroffen haben, sich begegnet sind.

Mit der heutigen Eröffnung des Faber’s und der Plakettenenthüllung hat die GAG einmal mehr bewiesen, dass sie viel viel mehr macht als nur Wohnungen zu bauen und zu vermieten. Die GAG achtet sorgsam darauf, wer hier in die Läden einzieht (Flink, Gorillas) und betreibt selbst einen Nachbarschaftsraum namens Faber’s.

Aber es ist nicht nur die GAG! Auch Initiativen aus der Naumannsiedlung und Initiativen aus Riehl haben den den Boden dafür bereitet, die wir in der Bezirksvertretung Nippes gerne weitergeführt haben.

Der so engagierte wie inzwischen etablierte Runde Tisch Riehl hat in seiner integrativen und antirassistischen Arbeit Manfred Faber und den Naumannplatz auf dem Schirm gehabt. Und da gibt es die Nachbarschaftsinitiative, die eine Website namens https://naumann-nachbarn-riehl.de/ erstellt habet. Ingrid Blom-Böer hat das Schaffen und Schicksal von Manfred Faber so genau wie möglich rekonstruiert – und das ist überraschenderweise keine leichte Aufgabe. Denn sollte man nicht meinen, dass man über einen Architekten dieses Ranges viel, sehr viel weiß?

Übermorgen eröffnet eine Fotoausstellung zur Naumannsiedlung von Rob Herff im Bezirksrathaus, siehe…

All diese Arbeit ist sehr wichtig.

Als Chef-Architekt stand Manfred Faber an der Spitze eines Teams, das die Naumannsiedlung in Riehl für die GAG realisiert hat. Die Wohnanlage im Stil des Neuen Bauens mit über 400 Wohnungen trägt ganz wesentlich seine Handschrift und wurde 1929 fertig gestellt. Die Realisierung der Naumannsiedlung war Manfred Fabers größtes Projekt und der Zenit seiner Karriere. Weil er aus einer jüdischen Familie stammte, wurde er am 16. Mai 1944 von den Nazis in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg geriet die Person Manfred Faber und sein grausames Schicksal aber in Vergessenheit.

Wir als Bezirksvertretung wollen die Initiativen von GAG, RTR und Naumann-Nachbarn-Riehl ergänzen und den Platz wieder attraktiv machen. Einen Platz, wo die Menschen aus Riehl und nicht nur aus Riehl sich gerne aufhalten.

Wir als BV haben beschlossen, dass es ein Denkmal geben wird. Die Ausschreibung soll 2022 beginnen. Es soll das Gedenken an Manfred Faber ‚mitten im Leben‘ ankommen, aber nicht darin aufgehen. Den Menschen, den Architekten, dessen Werk und den Mord an Manfred Faber darzustellen – das ist keine einfache Aufgabe Die Jury wird es nicht einfach haben. Und die Bildhauer:innen schon gar nicht. Denn die Naumannsiedlung ist kein Freilichtmuseum!

NACHTRAG:

Die Bezirksvertretung Nippes (BV) vergab am 2.12.2021 Bezirksorientierte Mittel in Höhe von 50.000 Euro für Ausschreibung und Preisgeld, Probeschürfung, Jury und Unvorhergesehenes sowie für das Kunstwerk. Es kommt ganz selten vor, dass eine BV so viel Geld bereit stellen kann – die Höhe der Summe beruht darauf, dass wegen der Corona-Pandemie viel weniger Projekte und Veranstaltungen durchgeführt werden konnten und daher mehr Geld zur Verfügung stand.

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