Sozialabbau in Bilderstöckchen verhindern!

Wir müssen eine weitere soziale Desintegration in Bilderstöckchen verhindern. Nach der Bilderstöckchen-Konferenz hat sich die Bezirksvertretung Nippes vehement gegen die Stellenstreichungen. Nach der Bilderstöckchen-Konferenz hat sich nun auch die Bezirksvertretung Nippes vehement gegen die Stellenstreichungen ausgesprochen. Wir appellieren an das städtische Amt für Kinder, Jugend und Familie: Spart nicht am falschen Ende! Nach zwei Jahren Coronakrise und angesichts des Zuzugs von Geflüchteten aus der Ukraine ist eher mit steigendem Beratungsbedarf zu rechnen.

Ein breites gesellschaftliches und politisches Bündnis inklusive der GRÜNEN fordert den Kölner Rat nun auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. Ich schließe mich dem Appell an: Wir dürfen niemanden zurücklassen. Gerade prekär lebende Menschen brauchen und verdienen unsere Unterstützung. Mit gutem Willen sollten sich die dafür notwendigen 165.000 Euro im Jahr finden lassen!

Lesen Sie den Artikel von Roland Schriefer, 9.6.2022, EXPRESS – Die Woche Online

Soziale Dienste sollen bleiben: Sparen am falschen Ende

Die Vertreter von Grünen, Linken, FDP, Klimafreunden und Gut sind sich einig: Das ersatzlose Streichen der Stellen geht gar nicht. „Diese Entscheidung hat uns ziemlich schockiert“, so Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert. Der Grund für diese emotionale Reaktion der Bezirksvertreter liegt auf der Hand. „Das führt nur zu weiteren negativen Auswirkungen.“

Sie fordern daher, dass die beiden Stellen erhalten bleiben. „Die beiden Dienste arbeiten seit 35 Jahren erfolgreich am Ziele der sozialen Integration des Stadtteils mit einem hohen Anteil an Migranten“, sagt Siebert, die auf eine Kooperation von Vertretern der Grünen, Linken, FDP, Klimafreunde und Gut verweist: „Niemand darf im Stadtbezirk Nippes zurückgelassen werden“, heißt es darin. Die Entscheidung des Amtes habe weitere negative Auswirkungen und führe zu sozialer Desintegration, einer immer geringeren Wahlbeteiligung und der verminderten aktiven Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen. „Damit wird der Boden für Demokratiemüdigkeit bereitet.“

Die Statistik zeigt: Der Anteil an Migranten im Stadtteil liegt mit knapp 60 Prozent deutlich über dem Durchschnitt von Köln (40 Prozent). Bei den Jugendlichen unter 18 Jahren haben sogar 74 Prozent einen Migrationshintergrund. Erschreckend ist die Zahl der Abgänger ohne Schulabschluss: In Köln sind es nur zwei Prozent, in Bilderstöckchen aber mehr als 13.

Dagegen haben sich verschiedene Initiativen wie die „Kinder und Familienberatung“ und „Sozialer Dienst“ gestemmt. Kernelemente ihrer Arbeit waren und sind bis heute zielgruppengerechte Beratungs- und Therapieangebote für benachteiligte Personengruppen. „Wir sind davon überzeugt, dass diese niedrigschwelligen Angebote in Bilderstöckchen unverzichtbar sind“, so die Bezirksbürger-meisterin.

Die Bezirksvertreter der Kooperation machen sich große Sorgen über die sozialen Folgen dieser Entscheidung: „Die jahrzehntelang gewachsene Struktur mit ihren wichtigen therapeutischen und sozialpädagogischen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien droht unwiederbringlich wegzubrechen.“ Eine zielgruppenspezifische Ansprache für Hilfesuchende und Menschen in prekären Problem-lagen werde damit unmöglich. Sie appellieren daher sowohl an die Verwaltung, insbesondere an das Dezernat für Bildung Jugend und Sport, und den Rat der Stadt Köln: „Erhalten Sie die „Kinder und Familienberatung“ und den „Sozialen Dienst“ in Bilderstöckchen. Nehmen Sie die Stellenstreichungen zurück. Bilderstöckchen darf nicht abgehängt werden.“

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Die vergleichsweise junge, migrantische und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerung des Stadtteils benötige eine zielgruppengerechte Ansprache und niedrigschwellige individuelle Hilfsangebote. Dass diese Aufgaben nun problemlos von städtischer Seite abgedeckt werden, bezweifelt nicht nur die Bilderstöckchen-Konferenz: „Die bisherige Erfahrung ist, dass die besonders benachteiligten Menschen im Stadtteil nicht von sich aus ein Jugendamt zur Unterstützung in Anspruch nehmen, da sie diesbezüglich Sorgen und Vorbehalte hegen“, warnt auch Max Beckhaus, der GRÜNE Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung.

Ein breites gesellschaftliches und politisches Bündnis inklusive der GRÜNEN fordert den Kölner Rat nun auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. „Wir dürfen niemanden zurücklassen. Gerade prekär lebende Menschen brauchen und verdienen unsere Unterstützung“, schließt sich Diana Siebert dem Appell an: „Mit gutem Willen sollten sich die dafür notwendigen 165.000 Euro im Jahr finden lassen!“

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